15.04.2012 Ausstellungseröffnung: Vergessene Rekorde. Jüdische Leichtathletinnen vor und nach 1933

Begrüßung:
Dr. Nora Goldenbogen, Jüdische Gemeinde Dresden
Valentina Marcenaro, Jüdische Gemeinde Dresden
Carsten Belletz, Hatikva e.V.
Einführung:
Berno Bahro, Universtität Potsdam

Die Wanderausstellung „Vergessene Rekorde – Jüdische AthletInnen vor und nach 1933“ zog im Jahr der Olympischen Sommerspiele erstmalig weiter nach Mitteldeutschland. Vom 15. April bis zum 5. Juni 2012 präsentierten sie sich im Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde zu Dresden. Ermöglicht wurde dies durch die Leihnahme des Vereins Hatikva e.V. in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde und des Makkabi Dresden e.V.
Hatikva e.V. ist seit 1992 als Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdischen Geschichte und Kultur in Sachsen aktiv und will über ihre Stadtgrenzen hinaus vor allem im Schwerpunktbereich außerschulische Jugendbildung wirken. „Die Olympischen Sommerspiele in London im August war der Anlass ein Projekt ins Leben zu rufen, das sich mit dem Thema Sport im weitesten Sinne auseinander setzen soll. Alle vier Jahren kämpfen Sportler aus der ganzen Welt friedlich gegeneinander und zeigen, dass die gemeinsame Leidenschaft für den Sport mehr Bereicherung als Abgrenzung im Zusammenleben sein kann, unabhängig von Herkunft und Religion“, so Valentina Marcenaro, Kulturmanagerin der Jüdischen Gemeinde.
Die Ausstellung wollte die Dresdener Öffentlichkeit an die Ausgrenzung der jüdischen Mitbürger in der NS-Zeit erinnern, gleichzeitig sollte sie eine aktive Anregung sein, Sport als verbindendes Mittel zu verstehen. „Aus diesem Grund hat der Makkabi Dresden e.V. zusammen mit dem Sportverband Fußball Dresden e.V. und der Jüdischen Gemeinde den Makkabi Cup 2012, ein Fußball- und Schachturnier, ins Leben zu rufen. Sportler sollen die Möglichkeit haben, in Kontakt mit Menschen unterschiedlicher Nationalitäten zu kommen, die jüdische Gemeinde kennenzulernen und sich mit einem Besuch der Ausstellung „Vergessene Rekorde“ mit dem Thema der Fremdenfeindlichkeit und der Ausgrenzung zu beschäftigen.“, erklärt Valentina Marcenaro.
Mitinitiator der Präsentation, Berno Bahro, bedankte sich während der Eröffnung beim Verein Hatikva, ohne deren Initiative die Ausstellung sonst nicht in der Jüdischen Gemeinde gezeigt werden könnten: „Die Bemühungen von Hatikva sind ein positives Zeichen der deutschen Erinnerungskultur. Ich hoffe, dass der sporthistorischer Ansatz unserer Ausstellung dabei hilft, weite Kreise für die Thematik zu interessieren. In diesem Sinne freue ich mich darüber, die Vergessenen Rekorde in Dresden zu eröffnen und Wünsche der Ausstellung eine große Resonanz.“

Veranstalter: Jüdische Gemeinde Dresden e.V., Hativka e.V., Universität Potsdam, Zentrum deutsche Sportgeschichte e.V.
Veranstaltungsort: Jüdische Gemeinde zu Dresden K.d.ö.R, Hasenberg 1, 01067 Dresden