ZOV Sportverräter in Hannover

Seit dem 4. November 2013 gastiert die Ausstellung „ZOV Sportverräter. Spitzenathleten auf der Flucht“ in der Akademie des Sports im LandesSportBund Niedersachsen e.V. in Hannover.

Die Ausstellung widmet sich dem ebenso spannenden wie komplexen Thema „Republikflucht“ im Sport. Seit ihrer Gründung bis zum Mauerfall im November 1989 verließen mehr als drei Millionen Menschen die DDR, viele von ihnen illegal und unter gefährlichen Umständen. Auch der Sport, ein expliziter Vorzeigebereich des SED-Staates, war erheblich vom Phänomen der „Republikflucht“ betroffen. Hunderte von Top-Athleten wandten sich enttäuscht von der DDR ab und suchten eine neue Zukunft im ideologisch verfemten Westen. Die Hoffnungsträger des sozialistischen Systems wurden somit in der Sicht der DDR-Führung zu seinen „Verrätern“.

Im Mittelpunkt der vom Zentrum deutsche Sportgeschichte (ZdS), der Künstlerin Laura Soria und der Ausstellungsagentur exhibeo konzipierten dreisprachigen Ausstellung (deutsch/englisch/spanisch) stehen insgesamt 15 ausgewählte Sportlerpersönlichkeiten, deren Fluchtschicksale auf außergewöhnliche Art und Weise in Szene gesetzt werden.

Die in der Videokunst der mexikanischen Künstlerin Laura Soria festgehaltenen Gesichter und Körper erwachen zum Leben, ihre Stimme erzählt, enthüllt, gesteht und vertraut an. Persönliche Erinnerungsstücke, Dokumente und Fotos zum geteilten Leben der Protagonisten in Ost und West runden die Ausstellung ab und bieten den Besuchern Hintergrundinformationen zu Flucht, staatlicher Repression und dem Neuanfang im Westen.

In Hannover kann die Ausstellung bis zum 18. Dezember 2013 besichtigt werden.

Pressestimmen:

Artikel in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und in den Schaumburger Nachrichten