Tagung zu Sportboykotten in Bochum

Das Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung (DSHS) hat in Verbindung mit der Bundeszentrale für politische Bildung am 12.09.2013 und 13.09.2013 im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum (Clemensstraße 17-19, 44789 Bochum) eine Tagung zum Thema Boykotte und Aussperrungen im Sport veranstaltet.

Als Referenten sprachen u. a. Dr. Jutta Braun (zum Thema: „Die geteilte Stadt Berlin und Sportboykotte“) und Michael Barsuhn (zum Thema: „Moskau 1980“) vom Zentrum deutsche Sportgeschichte.

Zu den medial stark beachteten, wissenschaftlich aber weitgehend vernachlässigten Themen sportpolitikwissenschaftlicher und -historischer Forschung zählen Sportboykotte und Ausschlüsse im Sport. Der freiwillige Verzicht auf die Teilnahme an Sportveranstaltungen gehört ebenso wie der Ausschluss von Akteuren zu den Instrumenten, die vielfach genutzt wurden und bis heute eingesetzt werden, um politische, ökonomische oder gesellschaftliche Ziele durchzusetzen, die in der Regel nicht unmittelbar mit sportlichen Interessen verknüpft sind.

Im Rahmen der Tagung wurden die Hintergründe, Formen und Wirkungen von Sportboykotten bzw. von Sportausschlüssen systematisch beleuchtet. Neben
historischen Boykotten wurden auch aktuelle Debatten aus sowohl deutscher als auch internationaler Perspektive behandelt. Im Rahmen einer öffentlichen Abendveranstaltung wurden mit Zeitzeugen aus Sport, Verbandswesen und Politik die Erfahrungen und Wirkungen von Sportboykotten – insbesondere mit Blick auf die 1980er Jahre – diskutiert.

 

Einige Impressionen/Copyright Andreas Becker

 

Das komplette Tagungsprogramm:

————————————————————————
Donnerstag, 12. September 2013
10.00 Uhr: Begrüßung und Eröffnung

10.15 Uhr – 12.15 Uhr: Sportboykotte und -ausschlüsse als wiss.
Themenfeld

Jürgen Mittag (Köln): Begriffliche und konzeptionelle Annäherungen:
Sportboykotte, -ausschlüsse und -streiks im Überblick
Andreas Höfer (Deutsche Olympische Akademie): Boykotte und Ausschlüsse
im Sport aus der Sicht der olympischen Prinzipien
Ronny Blaschke (Berlin): Empörung statt Aufklärung? Die Rolle der Medien

Vorsitz: Manfred Lämmer (Köln)

13.45 Uhr – 15.45 Uhr: Historische Erfahrungen: Die erste Hälfte des 20.
Jahrhunderts

Karl Lennartz (St. Augustin): Sportboykotte in der Anfangsphase der
Olympischen Spiele
Eike Stiller (Kalletal): Arbeitersport und bürgerlicher Sport im
Widerstreit
Rudolf Oswald (Reichertshofen): Der gescheiterte Boykott? Die Spiele von
1936
Vorsitz: Walfried König (Köln)

16.15 Uhr – 18.15 Uhr: Internationale Dimensionen: Die Beispiele
Südafrika, Israel und China – Wirkungen und Grenzen von Sportboykotten
seit den 1960er Jahren

Manfred Lämmer (Köln): Israel als Ziel von Boykotten im Sport
Fan Hong (Cork): The Conflict China vs. Taiwan
Jan Hangebrauck (Bochum): Der Ausschluss Südafrikas aus dem
internationalen Sport
Vorsitz: Niclas Stucke (Wuppertal)

18.30 Uhr – 20.30 Uhr: Öffentliche Podiumsdiskussion mit Film- und
Toneinspielungen im Lesesaal des Hauses der Geschichte des Ruhrgebiets

Wenn Sport zu Politik wird: Olympiaboykotte �- Erfahrungen und
Perspektiven

Heiner Henze (ehem. Generalsekretär des NOK für Deutschland)
Volker Kluge (ehem. Präsidiumsmitglied und Pressechef des NOK der DDR)
Peter Danckert (ehem. Vorsitzender des Sportausschusses des Dt.
Bundestages) (angefr.)
Horst Meyer (Mitglied des NOK 1976-2006, Olympiamedaillengewinner im
Rudern 1964 und 1968 )
Imke Duplitzer (Olympiateilnehmerin im Degenfechten 1996-2012)
Christian Breuer (Athletensprecher DOSB und Olympiateilnehmer im
Eisschnelllaufen 1998 und 2002)
Moderation: Wolf-Dieter Poschmann

Freitag, 13. September 2013
9.00 Uhr – 11.00 Uhr: Olympiaboykotte und der Wettbewerb der Systeme im
Kalten Krieg

Jutta Braun (Potsdam): Die geteilte Stadt Berlin und Sportboykotte
Michael Barsuhn (Potsdam): Moskau 1980
Michael Krüger (Münster): Los Angeles 1984
Vorsitz: Georg Anders (Köln)

11.30 Uhr – 13.30 Uhr: Akteure und Auswirkungen von Sportboykotten

Wolfgang Buss (Göttingen): Boykotte, neue soziale Medien und Fußball
Jonas Baer-Hoffmann (Brüssel): Athleten und Spieler im Spannungsfeld von
Sport und Moral
Diethelm Blecking/Lorenz Peiffer (Freiburg/Hannover): Sport im
‚Jahrhundert der Lager‘
Sven Güldenpfennig (Aachen): Sport vs. Politik? Zur Rechtfertigung der
politischen Neutralität von internationalen Sportereignissen
Vorsitz: Jörg-Uwe Nieland (Köln)

13.30 Uhr – 14.00 Uhr: Überblick und Bilanz
Michael Groll/Margret Beck

————————————————————————
Jürgen Mittag

Am Sportpark Müngersdorf 6
50933 Köln
0221-4982-2410
0221-4982-8150
iesf@dshs-koeln.de

URL zur Zitation dieses Beitrages
<http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=22595>