11.09.2011 Ausstellungseröffnung: Vergessene Rekorde. Jüdische Leichtathletinnen vor und nach 1933

Begrüßung:
Dr. Norbert Reichling, Direktor Jüdisches Museum Dorsten
Einführung:
Dr. Jutta Braun, Zentrum deutsche Sportgeschichte

Auch auf ihrer fünften Station der Wanderschaft im Jüdischen Museum Westfalen wollte die mit fünf audiovisuellen Stationen aufbereitete Ausstellung durch unterschiedlichste Perspektiven vergessene Lebensgeschichten präsentieren. Neben einem allgemeinen Teil zur Sportentwicklung in der Weimarer Republik ging der Hauptteil um die Jüdischen SportlerInnen als integraler Bestandteil des deutschen Sports und ihre Ausgrenzung.
Museumskurator Thomas Ridder war es wichtig diese Ausstellung nach Dorsten zu holen: „Die Ausgrenzungen von Musikern, Malern und Schriftstellern haben wir schon wiederholt beispielhaft in Ausstellungen angesprochen. Die Verfemungen dieser Personenkreise sind allerdings der interessierten Öffentlichkeit nicht unbekannt. Die Ausgrenzungen z.B. von SportlerInnen und die Zerschlagung von Lebensträumen durch den Ausschluss von den Olympischen Spielen 1936 wird vielen unserer Besucher und Besucherinnen unbekannt sein.“
Prof. Hans Joachim Teichler, der die Professur Zeitgeschichte des Sports noch bis zum 30. September 2011 geleitet hatte, hoffte, dass die Erinnerungskultur im Sport durch Ausstellungen wie diese zukünftig verbessert wird und die Sportgeschichte nicht in der Vergessenheit gerät: „Der Sport lebt in der Gegenwart, plant bestenfalls seine Zukunft, vergisst aber oftmals seine Vergangenheit, zu der auch jüdische Spitzensportler gehörten. Das an deutschen Universitäten die Sportgeschichte abgewickelt wird, ist in diesem Zusammenhang mehr als bedauerlich.“

Veranstalter: Jüdisches Museum Dorsten, Universität Potsdam/Zeitgeschichte des Sports, Zentrum deutsche Sportgeschichte
Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Dorsten, Julius-Ambrunn-Straße 1, 46282 Dorsten

 

Veranstaltungsflyer Dorsten